Mercedes und BMW rücken in der Krise zusammen

Die Krise bringt die Erzfeinde zusammen – wobei Feinde sicherlich nicht das richtige Wort war, erbitterte Konkurrenten wäre sicherlich korrekter. Die Gemeinsamkeiten gehen allerdings nicht so weit, dass sie das Außere der Fahrzeuge betreffen könnte. Hier sind sich wohl Mercedes und BMW einig, dass sie jeden Eindruck vermeiden wollen, es sei egal welches Auto man kaufe.

Aber selbst die beiden Großkonzerne sehen die Vorteile, die sich aus einer Zusammenarbeit im technischen Bereich ergeben könnten. Die Entwicklungskosten in der Automobilindustrie sind heute dermaßen hoch, dass selbst globale Unternehmen wie Mercedes und BMW die Last nicht allein schultern wollen. Letztlich – so die sicherlich nicht falsche Argumentation – ist es dem Verbraucher auch egal, ob einzelne technische Geräte bei beiden Autotypen gleich sind. Es wird sicherlich niemand darüber nachdenken, ob beide Marken denselben Rückspiegel benutzen, oder denselben Kühler.

Plattformen haben in der Industrie schon seit langem Tradition. Bisher profitierten allerdings vor allem breit aufgestellte Konzerne wie Volkswagen von dieser Strategie. Bisher war es kein Problem, weil Mercedes und BMW keine Absatzprobleme hatten, und auf der ganzen Welt immer mehr Käufer für ihre Autos fanden. Vor dem Hintergrund der Krise hat sich dies nun innerhalb weniger Wochen geändert.

Allerdings ist es sicherlich nicht so, dass hier von heute auf morgen eine enge Zusammenarbeit möglich wäre. Zu unterschiedlich sind die Modelle, mal abgesehen von den Widerstand der Techniker. In der Tat setzt die Benutzung gleicher Bauteile voraus, dass diese auch passen. Sie wird sicher noch einige Zeit vergehen, bis sich die Vorteile in echten Einsparungen widerspiegeln.

Trotzde, bleibt beiden Konzernen auch kaum eine andere Wahl, als drastisch auf die Kosten Sparpotenzial zu drücken. Die Aktienkurse beider Unternehmen haben sich binnen Jahresverlauf mehr als halbiert, die Nachfrage ist wie im Film dramatisch eingebrochen. Mit der Nachfrage trifft dies auch den Gewinn – im dritten Quartal 2008 ist bei Mercedes der Gewinn im Bereich Personenwagen um mehr als 90 % zurückgegangen.

Das Geschäft mit Kleinwagen, beide Unternehmen sind dort mit dem Smart beziehungsweise den Mini Cooper aktiv, dürfte kaum die Einbrüche im Kerngeschäft ausgleichen. Hierzu ist die Konkurrenz in diesem Segment zu erbittert, und der Erlös pro Auto zu niedrig.

Es bleibt allerdings offen, ob diese Entwicklung wirklich grundsätzlich etwas anderen schlechten Zahlen ändern wird. Letztlich wird die Automobilindustrie nur von einer Erholung der Konjunktur und der Nachfrage profitieren können.

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