Deutsche vermissen gerechte Verteilung
Die soziale Marktwirtschaft bildete lange Zeit die Garantie dafür, einen Ausgleich der Interessen zwischen Arm und Reich zu schaffen. Sicherlich bildete dieses Modell Grundlage für den jahrzehntelangem wirtschaftlichen Erfolg der Bundesrepublik Deutschland, und die damit verbundene politische Stabilität.
Eine neue Untersuchung, das Institut für Gesellschaft und Politikanalyse der Universität Frankfurt durchgeführt hat, belegt aber, dass dieser Frieden zunehmend gefährdet ist. Fast 80 % der Befragten sahen einen starken Konflikt zwischen Arm und Reich in Deutschland, vor 10 Jahren noch war der Anteil ein Drittel niedriger.
Wobei grundsätzlich die Menschen akzeptieren, dass Bezieher höherer Einkommen auch in bestimmten Bereichen Vorteile haben sollen. So bejahten es fast 80 %, dass ein höheres Einkommen auch eine bessere Wohnung zufolge hat, und etwa 70 % akzeptierten höhere Renten für höhere Einkommen.
Interessant ist, dass mehr als 80 % gute Beziehungen als entscheidend für einen höheren Lebensstandard ansehen, wesentlich mehr als mit unter 70 % Begabung und immerhin mehr als 50 % Unehrlichkeit.
Noch liegt der Anteil der Bevölkerung, die sich als Unterschicht sieht mit 4 % sehr niedrig. Fast zwei Drittel der Befragten sahen sich in einer guten oder sogar gehobenen Wohlstandszone.
Diese Zahlen enthalten allerdings erheblichen Sprengstoff. Es ist absehbar, dass sich durch objektive Verschlechterungen wie sie in der aktuellen Finanzkrise zu erwarten sind, sowohl der Realanteil der armen Menschen erhöhen wird, wie auch die subjektive Unzufriedenheit noch höhere Rekordwerte erreichen kann.