Der Staat in der Insolvenz?
Jeder kennt den Gerichtsvollzieher – vielleicht nicht persönlich, jedoch ist seine Funktion bekannt. Er kommt zu den Menschen die bankrott sind. Er räumte die Wohnung aus, nimmt alle Wertsachen mit, dem Schuldner bleiben nur die Dinge die zum Überleben notwendig sind.
Aber wie sieht es nun bei Staaten aus? Das Unfassbare könnte Wirklichkeit werden. Fast die Hälfte der europäischen Staaten könnte man schon als Pleitekandidaten bezeichnen. Vollmundig haben Politiker ihren Bürgern Staatsgarantien versprochen. Was ist aber nun, wenn so viele Banken pleite gehen, dass der Staat in dieser Situation nicht mehr helfen kann?
Viele Fragen, auf die es leider nur wenige Antworten gibt. Nur eine Antwort ist klar: der Gerichtsvollzieher kann schlecht einen ganzen Staat mitnehmen. Aber sehr wohl gibt es auch für die Situation des Staatsbankrotts gewisse Abläufe. Denn ähnlich wie bei einem normalen Schuldner wird auch der Staat bestehen bleiben.
Es gibt historisch gesehen sogar eine ganze Menge an Vergleichen. Island ist das jüngste Opfer, einige weitere Länder der Europäischen Union stehen auf der Kippe. Bezeichnet werden insbesondere osteuropäische Länder wie Rumänien und Pralinen und Bulgarien, aber neben Island gibt es auch einige weitere Südeuropäischerländer, wo die Verschuldung so hoch ist, dass die Bonität herabgestuft wird.
Ein konkretes Beispiel gibt es auch in jüngster Vergangenheit im Fall Argentinien. Argentinien erklärte 2002 seine Zahlungsunfähigkeit, und stellte die Rückzahlung zahlreicher Anleihen ein. Schließlich bot sie ihren Gläubigern eine Rückzahlung zu einem wesentlich geringeren Wert an.
So grausam es klingen mag, dieses Szenario ist auch in der heutigen Situation für Länder wie Deutschland in den Bereich des Denkbaren gerutscht. Durch die enge Vernetzung von Deutschland und den hohen Exportanteil reicht es wahrscheinlich aus, wenn ein größerer Staat ins Wanken gerät. Ähnlich wie bei der derzeitigen Krise würden global gesehen die Geldströme zum Erliegen kommen.
In dieser Situation wird voraussichtlich nichts anderes übrig bleiben, als durch einen radikalen und schnellen Währungsschnitt alle Schulden dieser Erde auf einen Streich zu eliminieren. Dies klingt radikal, hat aber in den großen Krisen nach den beiden Weltkriegen sehr schnell wieder wirtschaftliche Stabilität gebracht.
In einer derartigen Situation hilft es nur, sein Vermögen in Sachwerten zu besitzen. Zwar ist es theoretisch denkbar, dass ein Staat auf das Vermögen seiner Bürger zurückgreift, um seine Schulden zu bezahlen, dies wird aber aus politischen Gründen kaum tun können. Insofern ist der Staatsbankrott sicherlich eine harte und letzte Alternative, aber auch für den Bürger besser, als durch langwierige Steuerzahlungen wesentlich höhere Beträge aufzubringen.